Der Mittelstand bleibt weiter optimistisch


 
 
 

Wien. Laut EY-Studie sind 62% der Unternehmen sehr zufrieden mit der Geschäftslage, jedes Zweite rechnet mit einem Umsatzplus für 2019.

Die Konjunktur in Österreich verliert an Fahrt, die weltweiten politischen Risiken nehmen zu – dennoch ist der österreichische Mittelstand nach wie vor in Hochstimmung: 62% der Unternehmen sind derzeit uneingeschränkt zufrieden mit ihrer Geschäftslage. Das sind zwar 6 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr, entspricht aber immer noch dem höchsten Niveau seit zehn Jahren.

Besonders gut bewerten Industrie (71%) und Gesundheitsbranche (70%) ihre aktuelle Geschäftssituation. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die 900 mittelständische, nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern in Österreich befragt wurden.

Auch 2019 sollte gut werden

Die mittelständischen Unternehmen in Österreich sind auch optimistisch, was das Geschäftsjahr 2019 betrifft: Jedes zweite Unternehmen (51%) rechnet heuer mit einem Umsatzwachstum. Im Durchschnitt wird ein Umsatzplus von 1,7% erwartet, die höchste Umsatzsteigerung erhoffen sich Betriebe aus dem Industriebereich (+ 1,9%) sowie der Tourismusbranche (+ 1,8%).

„Gerade angesichts der eingetrübten weltweiten Konjunkturaussichten fällt das Urteil überraschend positiv aus“, kommentiert Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich. „Offensichtlich haben sich die verschlechterten Konjunkturprognosen noch nicht auf die Geschäftslage und -erwartungen der heimischen Unternehmen ausgewirkt. Zudem beunruhigen die geopolitischen Spannungen den Mittelstand offenbar deutlich weniger als Großkonzerne.“

Invesitionen geplant, Fachkräftemangel spitzt sich zu

Die Investitionsbereitschaft der mittelständischen Unternehmen bleibt auch 2019 hoch:

Jedes vierte Unternehmen (23%) plant, die Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahr zu verstärken.
Der Jobmotor Mittelstand läuft hierzulande weiter rund – jeder Dritte (32%) will zusätzliche Stellen schaffen.
Allerdings fällt es zahlreichen Unternehmen schwer, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Nur 2% geben an, keine Schwierigkeiten bei der Personalbeschaffung zu haben, mehr als vier von fünf Unternehmen (83%) fällt es laut eigener Aussage schwer.

Vom Fachkräftemangel sind die Immobilienbranche (93%), die Industrie (90%) sowie der Tourismus (88%) am stärksten betroffen. „In vielen Betrieben bleiben Positionen aus Mangel an geeigneten Bewerbern schlichtweg unbesetzt“, so Lehner.

Zufriedenheit mit Standortpolitik auf Rekordniveau

Die Zufriedenheit der mittelständischen Unternehmen mit der bundesweiten Standortpolitik hat sich gegenüber dem Jahresbeginn 2017 mehr als verdreifacht – von 15 auf 51%. Das ist der höchste Wert seit Erhebungsbeginn 2015. Die regionale Standortpolitik werde aktuell sogar von 60% als positiv bewertet – das sind fast doppelt so viele wie 2017 (36%).