Digitalisierungsprojekte im Mittelstand


 
 
 

Je größer ein KMU ist, desto höher liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es gerade ein Digitalisierungsprojekt umsetzt. Dafür suchen sie händeringend Software-Entwickler.

– Unternehmen suchen vor allem freie Software-Entwickler
– Die Entscheidung für oder gegen externe Unterstützung treffen meist Geschäftsleitung (69 Prozent) und IT (59 Prozent), jedes vierte Unternehmen bezieht auch Projektleiter und Fachbereiche ein
– 30 Prozent der Mittelständler folgen einer übergreifenden Digitalisierungsstrategie

Den „Mittelstand im Digitalisierungsfieber“ sieht eine Studie des Personalvermittlers Gulp. Dabei zeigt sich, dass die IT nicht immer die erste Adresse bei der Umsetzung von Digitalisierungs-Projekten ist.

Nicht jedes mittelständische Unternehmen folgt einer übergreifenden Digitalisierungsstrategie. Eine solche gibt es in insgesamt dreißig Prozent der 216 Firmen. Weitere fünfzig Prozent erklären, Digitalisierung werde „zunehmend in immer mehr Prozessen wichtig“. Hier gilt: Mit steigender Mitarbeiterzahl wächst auch die Zahl derer, die bereits eine Digitalisierungsstrategie implementiert haben.

Welche Abteilungen Projekte umsetzen

Gulp wollte wissen, wer Digitalisierungsprojekte umsetzt. Das ist in den deutlich meisten Fällen (57 Prozent) die IT-Abteilung. Doch auch andere Teams übernehmen diese Aufgabe: 32 Prozent der Befragten nennen die Kommunikations-Abteilung und 29 Prozent den Vertrieb. Es folgen Buchhaltung/Controlling, Administration und Einkauf mit je 28 Prozent, vor Human Resources mit 22 Prozent und Business Development sowie Forschung / Entwicklung mit jeweils 21 Prozent. 16 Prozent nennen die Rechtsabteilung.

Jeder Fünfte (20 Prozent) zieht bei der Digitalisierung keine Experten von außen hinzu. 34 Prozent dagegen holen sich externe Unterstützung. Die verbleibenden 46 Prozent haben diese Frage noch gar nicht geklärt. Man erwäge derzeit externen Support, sei aber noch unentschieden.

Gulp hat nachgehakt, wer für diese Entscheidung – wie auch immer sie ausfällt – zuständig ist. Ergebnis: Meist (61 Prozent) sind es mehrere Beteiligte. Unter denen befinden sich typischerweise Mitglieder der Geschäftsleitung (69 Prozent) und des IT-Teams (59 Prozent). Seltener (25 Prozent) sitzen Projektleitung und Fachbereiche mit am Tisch.

Die HR-Abteilung wird selten gefragt

Die Unternehmen suchen vor allem Software-Entwickler. Hier sind es vor allem kleine Firmen (einer bis zehn Mitarbeiter), die solche Entwickler benötigen (57 Prozent). Unter den großen Mittelständlern (bis tausend Mitarbeiter) erklären das 43 Prozent. Zwischen sieben und elf Prozent aller Unternehmen (größenunabhängig) suchen Berater, zwischen null und 17 Prozent Projekt-Manager.

Wo KMU nach externen Experten suchen

Auf der Suche nach Externen sehen sich die Entscheider zunächst im eigenen Netzwerk um. Das erklären 41 Prozent aller Befragten. Außerdem verlassen sie sich auf die Empfehlung von Bekannten (32 Prozent) oder auf Business-Netzwerke (29 Prozent). Seltener kontaktieren sie die eigene Beschaffungsabteilung (19 Prozent) oder Freelancer-Datenbanken und externe Personalvermittler (jeweils 18 Prozent). An die eigene HR-Abteilung wenden sich 14 Prozent.

Das eigene Netzwerk ist die erste Anlaufadresse bei der Suche nach externer Unterstützung.

Zurzeit arbeiten 40 Prozent aller befragten Unternehmen an einem Digitalisierungsprojekt. Auch hier gilt: je größer das Unternehmen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass gerade ein Projekt umgesetzt wird.

Insgesamt geben weitere 41 Prozent an, im Moment ein Digitalisierungsprojekt zu planen. 19 Prozent hegen keinerlei solcher Pläne.

Das zeigen die Marktforscher von Lünendonk in ihrer Studie „Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland“. Diese ermittelte die wichtigsten Freiberufler-Vermittler 2018 – gemessen an ihren Umsätzen.