Laden...

Studie zeigt: An diesen Stellschrauben muss der Mittelstand drehen

Eine Studie der Internationalen Hochschule IUBH zeigt, dass Entscheider noch aufholen müssen, denn es werden weiterhin Chancen in der Digitalisierung verpasst. Die wichtigsten Erkenntnisse für CEOs und Führungskräfte im Mittelstand erhalten Sie in diesem Beitrag.

Das Forschungsprojekt „Digitalisierung im Mittelstand 2018“ der Internationalen Hochschule IUBH in Bad Honnef hat gemeinsam mit dem IT-Beratungshaus All for One Steeb und der Allfoye Managementberatung GmbH festgestellt, dass in 80 Prozent der befragten deutschen Unternehmen die Digitalisierung zur Unternehmensstrategie gehört – allerdings gilt sie nur für rund 30 Prozent als dominanter Bestandteil. Ein Großteil der Befragten sehen die Digitalisierung überwiegend als Chance, aber an der konkreten Umsetzung hapert es noch. Dabei geht es im Moment insbesondere um die Evaluierung und Pilotprojekte. Die kompletten Ergebnisse der Studie finden sie hier.

Produktion mit Nachholbedarf

Die Studie zeigt, dass sich die meisten Branchen in Sachen Digitalisierung bereits auf einem guten Weg befinden. Allerdings liegt hierbei das verarbeitende Gewerbe, beispielsweise Chemie, Maschinenbau, Verbrauchsgüter, gegenüber anderen Branchen im Hinblick auf die Digitalisierungsstrategie aktuell noch im Rückstand. So können derzeit über 25 Prozent der Branche bislang noch keine konkrete Digitalisierungsstrategie vorweisen. Andere Branchen liegen hier nur bei 5 Prozent.

Im Manufacturing sind zudem Strukturen und Prozesse größtenteils veraltet. Lediglich rund 24 Prozent bearbeiten innovative Prozesse in netzwerkartigen Strukturen, die neben der formalen Aufbaustruktur bestehen (Handel und Dienstleistung dagegen fast 55 Prozent). Agile Arbeitsweisen praktizieren nur fast 16 Prozent der Firmen im Manufacturing – im Handel und Gewerbe liegt der Wert dagegen bei 50 Prozent.

Es gibt noch Hemmschuhe

Unternehmen, die bereits Digitalisierungsprojekte begonnen und durchgeführt haben, mussten allerdings auch negative Erfahrungen hinnehmen. Bei fast 50 Prozent der Unternehmen bestehen Mängel in der Kommunikation durch Führungskräfte. Interessant: Nur knapp ein Drittel der Befragten sehen fehlende Finanzierungsmöglichkeiten als Hindernis für die Digitalisierung.

Um die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, ist es notwendig, sowohl die Führungskultur als auch die Fehlerkultur zu verbessern. Führungskräfte sollten Mitarbeitern Raum zu eigenverantwortlichem Arbeiten geben und Wandel als Grundanforderung begreifen. Sprechen Sie offen über begangene Fehler. Digitalisierung heißt, Experimente durchzuführen und neue Wege zu beschreiten. Allzu große Sorgfalt ist dabei eher hinderlich.

Fazit

Die Zukunft ist digital und kein Unternehmen kann sich dem entziehen. Das hat auch eine überwältigende Mehrheit der Studienteilnehmer erkannt. Entscheider sollten demnach nicht jedem Trend blind hinterherhecheln, aber auch nicht zu lange warten. Das Streben nach Perfektion ist gut, aber in Zukunft sind eher andere Tugenden gefragt.

Große deutsche Automobilhersteller haben dies bereits erkannt und organisieren Start-ups innerhalb des eigenen Unternehmens, die ohne Druck neue und zukunftsfähige Ideen entwickeln sollen. Denken Sie hier beispielsweise an BMW, Audi, Porsche oder Daimler.

Diese Vorbilder sollten Sie als Entscheider im verarbeitenden Gewerbe nachahmen und agile Arbeitsweisen einführen. Digitalisierung ist mehr als Prozessoptimierung oder die Anschaffung neuer Hardware und Software. Der digitale Wandel bedeutet einen grundsätzlichen Wandel der Unternehmenskultur, der den Kunden und dessen Anforderungen in den Mittelpunkt stellt.

Entscheider im Manufacturing sollten die Digitalisierung als Chance begreifen, welche den langfristigen Unternehmenserfolg sichern kann. Die Autoren der Studie raten, sich tiefer mit dem Thema Digitalisierung zu beschäftigen, um Herausforderungen in den Bereichen Führung, Kultur, Strukturen und Prozesse zu überwinden.