(c) Marcus Vetter / www.marcusvetter.de - www.woehrbauer.de
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Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle sieht den Industriegase-Konzern nach der gescheiterten Fusion und dem Abgang von Vorstands- und Finanzchef vor «einem Neubeginn». Der lange Streit zwischen Vorstandschef Wolfgang Büchele und Finanzchef Georg Denoke habe Linde gebremst, und der geplante Zusammenschluss mit Praxair habe die Spannungen noch verstärkt, sagte Reitzle dem «Handelsblatt» (Mittwoch). Jetzt brauche Linde einen neuen Chef, der das Fach verstehe und wisse, «wie man einen Konzern auf Performance trimmt».

Der US-Konkurrent Praxair wäre der beste Partner gewesen. Aber jetzt werde Linde seine Position «aus eigener Kraft weiter verbessern». Spekulationen über eine alternative Fusion mit dem US-Unternehmen Air Products wies Reitzle zurück: «Das ist ein ganz anderes Geschäftsmodell.» Mit Blick auf den französischen Konkurrenten und Weltmarktführer Air Liquide sagte Reitzle: «Wir wollen in den Märkten, in denen wir aktiv sind, möglichst die Nummer eins sein. Wir müssen aber nicht auf der ganzen Welt führend sein.»

Büchele hatte am Dienstag mitgeteilt, er wolle seinen Vertrag im April auslaufen lassen. Er habe sein Ziel, die Nummer 1 im globalen Industriegasebereich zu bilden, nicht erreichen können. Aber Praxair hätte die Interessen des deutschen Standorts und eines gleichgewichtigen Zusammengehens nicht gewährleistet. Denoke verließ Linde mit sofortiger Wirkung. Reitzle sagte über Büchele: «Ich kann mir nicht vorstellen, besser mit jemandem zusammenzuarbeiten». Aber wenn «im Vorstand kein Teamgeist herrscht, kann das Entscheidungen blockieren». Jetzt freue er sich auf «einen Neustart».