schönefeldDie dicken Geschäfte werden bei den Messen in Le Bourget und Farnborough gemacht. Die Luftfahrtschau ILA in Schönefeld versucht, das Publikum mit Hightech und Visionen bei der Stange zu halten.

Weniger Messetage, mehr Innovationen: Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Schönefeld will sich in diesem Jahr mit Zukunftsthemen profilieren. Bei dem Branchentreffen geht es um sparsamere Flugzeuge, neue Antriebsarten, Digitalisierung und künftige Raumfahrtmissionen.

Die Messe wurde um zwei auf vier Tage verkürzt. Die Zahl der Aussteller ging ebenfalls zurück – um rund 200 auf 1017 im Vergleich zur vorigen Ausgabe vor zwei Jahren. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) eröffnete die Messe mit einem Rundgang. Das Privatpublikum kann sich die rund 200 ausgestellten Luftfahrzeuge am Freitag und Samstag ansehen. Höhepunkte sind dabei die Flugschauen.

Zum Auftakt stand das Thema Klimaschutz im Vordergrund. Airbus-Vorstandschef Tom Enders bekannte sich zum Ziel der Branche, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bis zum Jahr 2050 um 75 Prozent zu verringern. Das sei «extrem ambitioniert», aber angesichts der erwarteten Verdoppelung des Flugverkehrs in den nächsten 20 Jahren notwendig. «Wenn wir weiterhin die Lizenz zum Wachsen haben wollen, dann müssen wir uns gewaltig etwas einfallen lassen», sagte der Topmanager des europäischen Flugzeugbauers.

Airbus führt seit zwei Jahren bei wiederholten Treffen einen Dialog mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Vertretern der ihr nahestehenden Grünen. Stiftungsvorstand Ralf Fücks verlangte von der Politik strenge Vorgaben für den Schadstoffausstoß des Luftverkehrs. Nach dem Klimagipfel von Paris seien «globale Regeln nicht unrealistisch», sagte Fücks. Enders stimmte zu: «Ich halte es für machbar, globale Standards hinzubekommen.»

«90 Prozent der Forschungsmittel gehen in Öko-Effizienz unserer Flieger», sagte der Airbus-Manager über seinen Konzern und verwies auf die Zusammenarbeit mit Siemens bei der Entwicklung von Motoren mit elektrischem Antrieb und von Hybridmotoren. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sieht die Zukunft in solchen kombinierten Antriebsarten und richtet darauf seine Forschung aus, wie Vorstandsmitglied Rolf Henke auf der ILA sagte.

Die DLR-Forscher arbeiteten auch an großen Drohnen, die mehrere hundert Kilogramm Fracht tragen können sollen, berichtete Henke. Diese «unbemannten Frachttransporter», genannt Ufo, fehlten noch im Sortiment der Drohnen-Varianten und könnten eine Alternative zu manchen Transporten über Land sein. Das DLR informiert in der Raumfahrthalle auch über das Raketenprojekt «Ariane 6» und die Zukunft der Raumstation ISS.

Die Bundeswehr ist auf der ILA erneut der größte Einzelaussteller. Unter anderem zeigt sie die Kampfflugzeuge Eurofighter und Tornado sowie den Transporter A400M. Bei der Airbus-Maschine zeigten sich zuletzt Triebwerksprobleme. Enders ließ auf Nachfrage offen, wie schnell die Produktion wieder in Gang kommen wird. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Knoten in der Produktion, der zurzeit viel mit Triebwerksproblemen zu tun hat, zu lösen, und die Produktion hochzufahren», sagte er.

Wegen diverser Pannen gibt es eine jahrelange Verzögerung bei der Auslieferung der Maschine. Die Bundeswehr hat erst drei von 53 bestellten A400M erhalten. Sie hält aber an der Einführung des Modells fest, das die alten Transall-Flugzeuge ersetzen soll.